Vor gut 100 Jahren

Der Krieg war verloren, die Revolution 1918 hatte Kaiser Wilhelm II. hinweg gefegt. Deutschland war nun eine Republik. Alliierte Truppen besetzten das Rheinland.

Doch die junge Weimarer Republik stand vor überwältigen Problemen. Noch immer tobten schwere Kämpfe zwischen Linksextremisten und rechtsgerichteten Militärs. Fast alle litten Hunger, es gab viel Verelendung, und die Friedensbedingungen von Versailles waren sehr hart. Die Extremisten von rechts gaben den Demokraten die Schuld daran. Viele trugen Waffen, paramilitärische Kampfverbände entstanden und fühlten sich berufen, die „Novemberverbrecher“ mit der Waffe zu richten

Nachdem die Kriegspropaganda stets den Sieg versprochen hatte, kam die Niederlage für die meisten Menschen völlig überraschend. Nun standen fremde Besatzungstruppen im Land, und schon sprach man im Umfeld des französischen Ministerpräsidenten Poincaré vom Anschluss des Rheinlandes an Frankreich. Für viele Rheinländer war das eine reale Gefahr. In diesen Tagen dachten manche an eine Abtrennung des Rheinlandes von Preußen, ja sogar vom Deutschen Reich.

Doch Preußen bestand weiter. Aus dem alten Preußen wurde der Freistaat Preußen, ein „Bollwerk der Demokratie“ in den turbulenten Jahren der Weimarer Republik, wie Gustav Stresemann sagte.

Seit dem Wiener Kongress 1814/15 gehörte das Rheinland zu Preußen. Als preußische Bürger hatten die Rheinländer die Revolution 1848/49 und die Gründung des Kaiserreiches 1871 erlebt, schließlich Tod und Zerstörung im ersten Weltkrieg.

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