200 Jahre Rheinprovinz, Blick von Rolandseck auf den Rhein und das Siebengebirge

200 Jahre Rheinprovinz | Geschichten aus der Preußischen Rheinprovinz

Was hatten denn die Preußen am Rhein verloren? Nun, das hat sich König Friedrich Wilhelm III. vielleicht auch gefragt, als ihm der Wiener Kongress 1814/1815 das Rheinland und Westfalen zusprach. Als preußische Bürger erlebten die Rheinländer Das Königreich Preußen, die Märzrevolution 1848 und dann die Kaiserzeit. Schließlich die Katastrophe des Ersten Weltkriegs und die Weimarer Republik. Aus dem Königreich Preußen wurde der Freistaat Preußen. Vor gut 200 Jahren besetzten alliierte Truppen das Rheinland; Aufstände und große Not erschütterten die junge Weimarer Republik.

Doch Geschichtsbücher berichten längst nicht alles, und von Mensch wie Ihnen und mir schreiben sie kaum. Deshalb graben wir hier ein bisschen tiefer und begleiten zwei fiktive Familien vom Rhein, die Limbachs und die Bergmanns, durch die Jahre von 1815-1933

Vor 1815

Königswinter in den 1820/1830er Jahren
Königswinter in den 1820/1830er Jahren

Nach dem Sieg über Napoleon 1813 ist es mit dem Großherzogtum Berg vorbei. Nach vielen Jahren als Näherin in seinen Diensten kehrt „Oma“ Limbach in ihr Häuschen in Königswinter am Rhein zurück.

1815-1871

Schule zur Preußenzeit
Schule zur Preußenzeit

Das Rheinland im Königreich Preußen. Oma Limbach und ihre belgische Schwiegertochter Henriette bauen sich im „Limbach-Stübchen“ eine neue Existenz auf. Second-Hand-Hutmode und Kakao. Ihr Sohn Hubert wird Lehrer.

1871-1914

Margarethenhof um 1900
Margarethenhof um 1900

Belle Epoque, die Zeit des Friedens zwischen der 1871 und 1914. Das Kaiserreich will seinen Platz unter den Weltmächten. Endlich können Sophie, ihr Mann Graf Andras und die Kinder Lottie und Joscha glücklich leben.

1914-1918

Brüssel, 1914
Brüssel, 1914

Der Kriegsausbruch 1914 stürzt die Welt in eine Katastrophe. Auch für Sophies Familie beginnt eine schlimme Zeit. Lotties Mann Matthias muss an die Front. Ihre Kinder Kathi und Walter betreiben im „Stübchen“ eine Suppenküche.

1919-1933

Kathi und Max
Kathi und Max

Die Weimarer Republik steht vor überwältigen Problemen: Besatzung, Putschs, Inflation. Aus ihrer Liebe schöpfen Kathi und ihr Mann Max Kraft für einen Neuanfang. Das Ende kommt mit dem Preußenschlag 1932.

Nach 1933

Alte Rheinbrücke, Bonn
Alte Rheinbrücke, Bonn

Der Sozialdemokrat Max wird verfolgt. Schweren Herzens entschließen sich Kathi und Max, mit ihren Kindern zu ihren Verwandten in den USA zu gehen. Ihr Heimatland wird zu Nazi-Deutschland.

Geschichte, ja, hundert Jahre her .. aber was erleben wir heute? Eine Verrohung der Sprache und der Sitten, einen Verfall an politischer Kultur, ein dramatisches Erstarken der Rechtsextremen. Auch deshalb sehen Sie unten Reichskanzler Wilhelm Marx. Er leitete vier Kabinette und bemühte sich stets um Verständigung innerhalb des demokratischen Lagers, auch als die Extremisten von rechts und links immer stärker wurden. Überlassen wir das Feld nicht den Hasspredigern und Populisten!

Wohltätigkeits-Festessen im Adlon, Berlin, mit dem amerikanischen Wohltäter Prof. Baruch, Reichspräsidenten Ebert und Reichskanzler Marx
Wohltätigkeits-Festessen im Adlon, Berlin, mit dem amerikanischen Wohltäter Prof. Baruch, Reichspräsidenten Ebert und Reichskanzler Marx