Zweiter Weltkrieg

Köln 1945
Köln 1945

[USA, 1949er]

Kathi und Max litten sehr unter dem fürchterlichen Krieg, der ihr Heimatland gegen ihr Gastland stellte. Auch Robert, inzwischen naturalisierter Amerikaner, wurde eingezogen. Charlotte meldete sich freiwillig als Krankenschwester. Doch man respektierte ihren Wunsch, nicht gegen Deutschland zu kämpfen. Aufs neue durchlebte Kathi unendliche Angst. Um ihre Kinder, ihre amerikanische Familie und die Familie daheim. Als die Bomber auf Deutschland flogen, kam sie fast um vor Angst.

Der Zweite Weltkrieg (1939-1945) wütete noch verheerender als der erste. Stärker als je ein Krieg zuvor traf er die Zivilbevölkerung; mehr als 70 Millionen Menschen werden getötet.

Der Krieg in Europa

Hitler hatte ihn von Anfang an gewollt; dabei ging es nicht nur um die Wiederherstellung des Deutschen Reiches von 1914 und Tilgung der „Schmach“ des Versailler Vertrages, sondern um einen Eroberungs-, ja einen Vernichtungskrieg im Osten.

Während des ersten Kriegsjahres hatte Deutschland die Oberhand. In einem „Blitzkrieg“ wurde Polen besiegt und zwischen Hitler-Deutschland und der Sowjetunion Stalins aufgeteilt. Die Niederlande und Belgien wurden übermannt, Dänemark und Norwegen besetzt. Im Juni 1940 kapitulierte Frankreich. Nun plante Hitler die Invasion Englands. Doch die Luftschlacht um England ging verloren, Hitler musste seine Invasionspläne aufgeben.

Im Sommer 1941 befahl Hitler den Einmarsch in die Sowjetunion, und zu Anfang war die Offensive erfolgreich. Doch trotz aller Unterschiede der politischen Systeme boten zuerst England und dann die USA der Sowjetunion Unterstützung an; die Allianz gegen Nazi-Deutschland stand. Zugleich nötigte Italiens „Parallelkrieg“ das Deutsche Reich zum Eingreifen in Nordafrika.

Die Ausweitung zum Weltkrieg

Die USA unter Präsident Roosevelt waren bislang neutral geblieben. Doch je mehr eine Herrschaft Hitlers über Europa drohte, desto mehr wichen sie von dieser Linie ab. Wer amerikanisches Kriegsmaterial kaufen und abtransportieren konnte, bekam es. Im März 1941 gab der Kongress dem Präsidenten die Vollmacht, jedem Land, dessen Verteidigung er als lebenswichtig für den Schutz der USA erachtete, Verteidigungsmittel sogar zu leihen, zu verpachten oder zu tauschen. Auf dem Atlantik kamen amerikanische Schiffe britischen immer mehr zu Hilfe. Im September 1941 befahl Roosevelt, jedes deutsche U-Boot ohne Warnung zu versenken. Nach dem japanischen Angriff auf Pearl Harbor erklärten die USA und England Japan den Krieg. Darauf folgte die Kriegserklärung Deutschlands und Italiens an die USA.

Terror und Gewaltherrschaft

Die Wannsee-Konferenz in Berlin 1942 sanktionierte die „Endlösung der Judenfrage“. Millionen Menschen, die meisten Juden, aber auch unzählige Zigeuner, Slawen und andere Rassen wurden verhaftet, deportiert und in Konzentrationslagern in Osteuropa ermordet. Mehr als 70.000 alte und kranke Menschen wurden umgebracht. Vor allem in den besetzen Gebieten im Osten wurden weitere Konzentrationslager gebaut.

Innerhalb des Dritten Reichs herrschten Terror und Gewalt, unterstützt durch eine immer brutalere Blutjustiz. Legale Opposition oder offener Widerstand war unmöglich, und die Einzelpersonen und Gruppen, die sich dem Nazi-Regime entgegenstellten, riskierten ihr Leben. Unter ihnen waren Sophie und Hans Scholl von der Weißen Rose; sie wurden 1943 hingerichtet.

Die totale Niederlage Deutschlands

Die Alliierten flogen Luftangriffe auf deutsche Großstädte; Köln wurde in der „Nacht der 1000 Bomber“ am 31. Mai 1942 fast völlig zerstört. Der Winter 1942/43 brachte die Wende. Im Osten erlitt die deutsche Wehrmacht in Stalingrad eine verheerende Niederlage. Von nun ab wurde der Krieg, den sie so grausam in den Osten getragen hatte, unerbittlich erwidert. Die deutsche Lufthoheit ging verloren. Am 6. Juni 1944 landeten alliierte Truppen in der Normandie. Bei absoluter Lufthoheit drängten die Alliierten die deutschen Verbände Schritt für Schritt zurück. Nun musste täglich mit einem Durchbruch gerechnet werden. Zugleich drohte der Durchbruch der sowjetischen Armee im Osten.

Am 20. Juli 1944 misslang das von Claus Graf Schenk von Stauffenberg und seinen Offizierskameraden geplante Attentat, der Staatsstreich scheiterte. Noch am selben Tag wurden Stauffenberg und andere Verschwörer hingerichtet. Am 25. August zog General de Gaulle mit seinen und amerikanischen Truppen in Paris ein. Im September erreichten die Allliierten die deutsche Grenze. Deutschland verlor die letzten Bundesgenossen, die Verteidigung war längst sinnlos geworden. Doch Hitler trieb die Verteidigungsmaßnahmen aufs Äußerste.

An der Ostfront brach die Rote Armee im Januar 1945 durch und überrannte Ostpreußen. Unübersehbare Flüchtlingstrecks flohen ins Innere Deutschlands. Im Februar wurde Dresden bei amerikanischen und englischen Luftangriffen zerstört. Die Front im Westen brach zusammen, im März standen die Alliierten am Rhein. Die Amerikaner überschritten die einzige intakt gebliebene Rheinbrücke bei Remagen. Nach erbitterten Gefechten, vor allem um die Löwenburg und den Ölberg, standen sie im Siebengebirge.

Ende April befand sich nur noch kleine Gebiete in den Händen der Wehrmacht; Berlin war von der russischen und polnischen Armee eingenommen. Die Lage war aussichtslos. Als die Russen in der Nähe der Reichskanzlei standen, beging Hitler am 30. April Selbstmord. Hitlers Nachfolger General Dönitz setzte den Kampf nur wenige Tage fort, damit möglichst viele deutsche Soldaten und Flüchtlinge den Russen entkommen konnten. Dann ließ er die bedingungslose Kapitulation vollziehen. Sie wurde am 8. Mai 1945 unterzeichnet.

Potsdamer Konferenz

Vom 17. Juli bis zum 2. August 1945 fand im Schloss Cecilienhof in Potsdam zwischen den Vertretern der USA, Englands und der Sowjetunion die letzte der alliierten Kriegskonferenzen statt. Sie entschied über die Zukunft Deutschland: der nördliche Teil Ostpreußens mit Königsberg wurde sowjetischer, große Gebiete im Osten polnischer Verwaltung unterstellt. Das verbleibende Gebiet wurde in vier Besatzungszonen – eine amerikanische, britische, sowjetische und eine französische – eingeteilt; deren Oberbefehlshaber bildeten den „Alliierten Kontrollrat“. Das Siebengebirge gehörte zur britischen Besatzungszone. 1947 entstanden die Länder Nordrhein-Westfalen, Niedersachsen, Schleswig-Holstein und der Stadtstaat Hamburg.

Als der Krieg endlich vorbei war, eilten Max und sie nach Deutschland, um beim Wiederaufbau zu helfen. Erleichtert schloss Kathi ihre Eltern in die Arme, ihren Bruder, Susan und all die sie noch kannte. Sie weinte bittere Tränen um das total zerbombte Köln.

Hinterlasse jetzt einen Kommentar

Kommentar hinterlassen

E-Mail Adresse wird nicht veröffentlicht.


*