Epilog

Frankreichs Präsident Charles de Gaulle besucht Bonn
Frankreichs Präsident Charles de Gaulle besucht Bonn

[Bonn, 1962]

Anfang der 1960er Jahre kehrten Kathi und Max an den Rhein zurück; ihren Lebensabend wollten sie in der alten Heimat verbringen, auf dem Bergmannschen Weingut am Rhein, in der demokratischen Bundesrepublik Deutschland. Ihre hochbetagte Mutter Lottie zauberte zur Begrüßung noch einige Flaschen des legendären 1921er Jahrgangs hervor. „Ich habe sie für Euch aufbewahrt“, sagte sie mit einem glücklichen Lächeln.

Nach so vielen Jahren standen Kathi und Max wieder auf dem Bonner Marktplatz vor dem Rathaus. Damals während des Kapp-Putsches 1920 waren sie gerade verheiratet, nun waren sie Eltern und Großeltern. An Kathis Hand war ihre Enkelin Elly, die aus den USA zu Besuch war.

Es war ein großer Tag: Frankreichs Präsident Charles de Gaulle machte einen Staatsbesuch in Deutschland. Die ersten Jahre der Bundesrepublik hatten im Zeichen der Aussöhnung gestanden: der Wiedergutmachungsvertrag mit Israel 1952, der „Plan Schuman“ und die Gründung der Montan-Union 1952 mit Frankreich. Die Pariser Verträge von 1955 hatten das Besatzungsregime beendet, die Bundesrepublik war wieder ein souveräner Staat und wurde in die westeuropäische Union und in die NATO aufgenommen.

Schon hörte man Raunen, Hupen, Jubel, Fähnchen wurden geschwungen. Dann erschien Staatspräsident de Gaulle und sprach. Und Kathi blinzelte die Tränen weg, als er schloss: „Es lebe die deutsch-französische Freundschaft.“

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